Rund 80 Fachleute aus Kommunen, Wohnungswirtschaft, Planung, Energieberatung, Wissenschaft und Politik kamen am 16. September zur 20. Fachtagung Energieberatung Thüringen zusammen. Die von der Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen initiierte Veranstaltung bietet seit zwei Jahrzehnten Raum für den Austausch zu Energieeffizienz, Klimaschutz und den aktuellen Herausforderungen der Energiewende.
Die Jubiläumstagung in Jena stand vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen in der Energie- und Klimapolitik. Neue europäische Vorgaben zur Energieeffizienz, aktuelle Regelungen zur energetischen Modernisierung von Gebäuden sowie die Weiterentwicklung energiepolitischer Rahmenbedingungen in Thüringen stellen Kommunen, Unternehmen und Energieberatende vor neue Herausforderungen.
Die Thüringer Staatssekretärin Karin Arndt stellte die Maßnahmen des Freistaats für eine erfolgreiche Energiewende in den Mittelpunkt ihres Vortrags. Ziel sei es, die Zahl der „Energiewende-Gewinner“ in Thüringen weiter zu erhöhen. Denn dort, wo erneuerbare Energien vor Ort erzeugt und genutzt werden, entstehen mehr Unabhängigkeit von schwankenden Energiemärkten, zusätzliche regionale Wertschöpfung und neue Entwicklungschancen für Städte und Gemeinden. Erneuerbare Energien seien damit nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern zugleich ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen.
Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen standen unter anderem die europäische Energieeffizienzrichtlinie, aktuelle Entwicklungen im Thüringer Energiegesetz, die kommunale Wärmeplanung sowie innovative Ansätze für klimaneutrale Gebäude. Referentinnen und Referenten aus Politik, Wissenschaft und Praxis zeigten auf, wie die veränderten Rahmenbedingungen in konkrete Projekte übersetzt werden können.
Matthias Stüwe, Vorstand der Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen: „Die Energiewende wird nicht allein durch Gesetze und Förderprogramme entschieden. Sie gelingt dort, wo Menschen vor Ort Lösungen entwickeln und umsetzen. Seit 20 Jahren bringt unsere Fachtagung die Menschen zusammen, die genau daran arbeiten. Sie ist damit nicht nur ein Ort des Wissenstransfers, sondern auch ein Netzwerk, das die Energiewende in Thüringen ganz konkret voranbringt.“
Was 2006 als Fachveranstaltung für Energieberatende begann, hat sich zu einer etablierten Austauschplattform für die Akteure der Energiewende in Thüringen entwickelt. Auch nach 20 Jahren bleibt das Ziel der Fachtagung unverändert: aktuelles Wissen vermitteln, Akteure vernetzen und gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen der Energie- und Wärmewende entwickeln.
Die Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen, eine Stiftung der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck, initiiert die Fachtagung seit ihrer ersten Auflage gemeinsam mit dem Institut für baubezogene Energie- und Umweltforschung e.V. Weimar. Unterstützt wird das Format seit mehreren Jahren zudem von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA). Gemeinsam bieten die Partner eine etablierte Plattform für fachlichen Austausch, Wissenstransfer und die Vernetzung der Akteure, die die Energiewende in Thüringen aktiv mitgestalten.
